ÈELÁKOVICE – die Stadt des Polabská nížina (Das Polabská Tiefland)
Èelákovice, die bei dem linken Elbe-Ufer aufgebaute Stadt, liegt in dem Nord-östlichen Teil des gegenwärtigen Bezirkes Prag – Ost. Das Tiefland um den Elbemittellauf mit der Meereshöhe von rund 200 m wurde fast unaufhörlich besiedelt seit der Jungsteinzeit, was mit einer Menge von archäologischen Funden nachgewiesen wird. Bereits im frühen Mittelalter gab es auf der erhöhten Elbe-Terrasse slawische Siedlungen. Spätestens im 12. Jahrhundert ist hier ein kleinerer befestigter Holzsitz entstanden, womit eine romanische Kirche in Verbindung stand. Etwa im Jahre 1300 wurde hier eine steinerne Etagenfeste aufgebaut. Im Laufe von folgenden Jahren hat das Objekt sein Aussehen geändert, bis in den Gotisch-Renaissance Stil. Die Feste Na Hrádku ist heute der Sitz des Stadtmuseums. Das romanische Objekt der Maria Himmelfahrt Kirche wurde im 16. Jahrhundert im Renaissancestil hergerichtet und in den Jahren 1708 –1712 wurde das Objekt im Stile des Barocks umgebaut. Östlich von der Kirche steht das Gebäude des Amtes des Dekans aus dem Jahre 1782. Ebenso hat das im 1553 errichtete Rathausgebäude seine Historie, die in dem Dreißigjährigen Krieg vernichtet wurde, wieder renoviert und nach einem Feuer im Jahre 1719 um den Laubengang erweitert. Auf dem gleichen Grundriss wurde nach K. Sax aus Èelákovice im Jahre 1911 ein neues Rathaus erbaut. Es ist heute der Sitz des Stadtamtes. Die genannten Objekte werden für ihren historischen Wert als Kulturdenkmäler geschützt.
Der älteste schriftliche Bericht aus dem Jahre 1290 spricht über Èelákovice als über Königstädtchen. Der wertvollste schriftliche Denkmal ist das „Stadtbuch von Èelákovice“, gegründet im Jahre 1366.
Ein wichtiger Bestandteil des Lebensunterhaltens waren vom Anfang an die Fischzucht und die Landwirtschaft, seit der Hälfte des 19. Jahrhunderts auch das Korbhandwerk. Daran erinnert die Korbflechterei-Ausstellung des Stadtmuseums in dem Haus von dem Maler Èenìk Janda. Unter der Festung an der Elbe wurde eine Mühle erbaut, die schon seit 14. Jahrhundert angeführt wird. Im 16. Jahrhundert hat die Mühle zu den größten und technisch vollkommensten in Tschechien gehört.
Der Industrieaufschwung hat erst nach dem Jahre 1900 begonnen. Im Jahre 1903 gründet V. Èervinka die Ackermaschinenfabrik, im Jahre 1906 wird die Akkumulatorenfabrik von R.Stabenov /genannt Kovohutì/ aufgebaut, im Jahre 1910 hat J. Volman TOS - die Werkzeugmaschinenfabrik gegründet, die später die größte in der Stadt war. Nach dem Jahre 1922 wurde Èelákovice durch das Flussbad Grádo auf der Elbeinsel bekannt, das durch die Flussregulation bis Ende des Jahres 1937 vernichtet wurde.
Infolge der entstehenden Betriebe wurde auch der bisherige Stadtcharakter geändert. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts durch den heftigen Familienhäuser- und Villabau. In Jahre 1939 hat K. Bíbr der Baumeister aus Èelákovice ein Projekt von J. Štursa und K. Janù realisiert und es ist ein wertvolles Zweckstil Gebäude sgn. Villa Volman entstanden.
Nach dem zweiten Weltkrieg begann der Neubausiedlungsaufbau zu überwiegen. Aus dem Zeitraum vom Ende 40er und Begin 50er Jahre stammt der überwiegende Teil der Neubausiedlung auf dem westlichen Stadtrand, der V Prokopì genannt wird. In 60er Jahren wurden Paneltafelhäuser gebaut, zuerst auf den freien Grundflächen in dem südlichen Stadtteil, später hat der Bau die Demolierung von einem Teil der alten Bebauung im Stadtzentrum erzwungen.
Das Jahr 1989 hat die Beendigung des Baus der Paneltafelhäuser bedeutet. Einige für die Demolierung vorbereitete Häuser in dem Stadtkern wurden in dem ursprünglichen Baustil renoviert. Der neue Bebauungsplan hat die Lokalitäten für den Familienhäuserbau bestimmt, und zwar vor allem am östlichen Stadtrand.
In der Struktur des Wirtschaftsbereiches ist es zu keiner grundsätzlichen Änderung gekommen. Der Betrieb TOS Èelákovice wurde zwar in mehrere selbständige Subjekte zerteilt, seine Betriebsausrichtung ist jedoch geblieben. In der Stadt sind viele neue Firmen entstanden, von welchen CDC a.s. Czechoslovakia – CD-Plattehersteller am interessantesten ist.
Mit der Stadt sind mit ihrer Geburt oder mit ihrem Leben viele Persönlichkeiten verbunden. Matìj Èervenka – Bischof der Brüdergemeinde, geb. 1521, Jan Zach – Komponist, geb. 1699, Josef Vojtìch Sedláèek – Philosoph, Schriftsteller, geb. 1785, Josef Jiøí Stankovský - Schriftsteller, geb. 1844, Èenìk Janda - Maler, geb. 1908, Alois Vašátko – Kommandant einer Jagdgruppe in England, geb. 1908, Vladimír Kovaøík - Literaturhistoriker, geb. 1913, Jindøich Hilèr - Dichter, Publizist, geb. 1921, Eduard Petiška – Dichter, Schriftsteller, geb. 1924, Jaroslav Šajn - Bildhauer, geb. 1926, Jiøí Hanžlík - Maler, Graphiker, geb. 1932 und viele anderen.




